So 14 Jun 2009
BarCamp Vienna
Posted by socialhack under Aktivismus, Technology, University
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Das BarCamp Vienna am 13-14. Juni 2009 geht gerade zu ende. Es war mein erstes Bar Camp seit dem Helma NG Event vor ca. einem Jahr. Stattgefunden hat das Ganze in der Modul Universität auf dem Kahlenberg in Wien, eine sehr respektable Universität mit sündhaft teuren Studiengebühren. Die TeilnehmerInnen der Veranstaltung konnten sich über eine wunderbare Lokation über den Dächern Wiens freuen.

Blick auf Wien
Ich hab noch keine große BarCamp Erfahrung und deshalb keinen qualifizierten Vergleich, aber ich fand die Sessions großteils positiv. Mein Geschmack wurde mit dem Schnittpunkt zwischen Technik und Gesellschaft aber auch gut bedient. Zum Beispiel sind zwei Slots über Google Wave und Privacy zusammen geflossen, die Themen gingen einfach in einander über und die Zeitslot Grenzen waren egal. Ein gutes Beispiel wie Bar Camp Regeln kreativ neu gedeutet werden müssen.
Mein Hunger nach harten Technik Fakten wurde in den Sessions über “Identi.ca und andere laconi.ca Installationen” und “Cloud Computing für Normalsterbliche” befrieidigt. Beim Zweiteren war es schön zu sehen, dass auf die Frage wer Cloud Computing kennt ein ganzer Saal die Hände hob, aber auf die Frage wie man das definieren könnte nur noch einer bescheid wusste.
Die live Installation einer laconica Instanz wurde übrigens gleich vom österreichischen Internetrat verwendet um ihre Plattform saubertweeten einzurichten. Was der Internetrat ist war Thema einer heftigen Diskussion am ersten Abend. Ich empfinde es fast als gefährlich eine Stellungnahme dazu abzugeben. Für mich ist der Internetrat schwarzes Theater im Internet und eine gekonnte Parodi auf den österreichischen Medienrat.
Online-Ethik, Freiwillige Selbstkontrolle und Empehlungen
Diese Aktion zeigt wie Vertrauen im Internet hergestellt wird, wie sich eine selbsternannte Institution etabliert. (1) Der Name beinhaltet ‘österreich’ und ‘Rat’ (2) es gibt einen Futurezone-Artikel darüber (3) Die 5 Vorstandsmitglieder sind den Meisten in der österreichischen Netz Community bekannt.
“Der Internetrat trägt seinen eigenen Widerspruch in sich”
“Jeder kann einen Blog aufmachen“
Diese 3 Punkte reichen um in den Diskurs über Zensur ernst genommen zu werden und um einen ganzen Saal zu bewegen, die eine Hälfte ist lautstark am lachen und die Andere kämpft mit der fehlenden Legitimation dieses Zensur-Organs. (Sebst-)Zensur und Empfehlungen werden dabei genauso leicht verwechselt wie unüberlegte Aktionen mit echter NGO Arbeit. Für mich war es nach diesem Tag klar, dass der Aufklärungsaspekt bei der Geschichte überwiegt. Es wurden Leute hinters Licht geführt und ihnen wurde ein Spiegel vor gehalten, aber am Ende haben alle gelacht und, nach meinem empfinden, gab es Konsens über die Ernsthaftigkeit des Themas.
Am nächsten Tag wurde das nochmal auf die Probe gestellt. Der österreichische Onlinerat hat sich über die Nacht gegründet! Dabei handelt es sich, meiner Meinung nach, um eine Parodie auf die Parodie. Das Argument der fehlenden Legitimation des Internetrats wurde ins extreme verkehrt und eine Institution ohne Führungsstrukturen wurde geschaffen. Die Nutzergemeinde soll den Internetrat kontrollieren. Dabei ist, wer auf Twitter oder Facebook folgt. Themen? Regeln? Gibts noch nicht. red ma drüber!
Datenschutz, Zesurfreiheit, Netzneutralität. Das sind Themen die technik begeisterten Menschen normalerweise sehr wichtig sind. Schließlich haben die, die ihr Leben großteils im Netz verbringen, durch diese neuen Restriktionen am meisten zu verlieren. Natürlich gab es auch Sessions, die sich diesem Thema ernster genähert haben. Damit meine ich “Bürgerrechte & das fehlende Bewusstsein im Informationszeitalter” von dem Betreiber von netwatcher und q/uintessenz. In dieser Session war der Inhalt einschlägig und dem Thema entsprechend ernst, dafür war die Verkleidung des Vortragenden und das rund herum etwas überzeichnet.

Bürgerrechte & das fehlende Bewusstsein im Informationszeitalte
Vielleicht bin ich von der SIGINT einfach nur noch eine andere Art gewohnt sich diesem Thema zu nähern. Aber irgenwie fehlte mir da die Bereitschaft zu kämpfen und das heißt in diesem Fall glaubhaft genug zu sein um die breite Masse zu informieren.
4 Responses to “ BarCamp Vienna ”
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#bcvie09 Fotos: Von Räten, Geeks und Poken…
Der Internetrat sorgte am vergangenen Wochenende für eine Erregung beim Barcamp Vienna. Außerdem konnte man jede Menge Geeks beim Ausprobieren ihrer neuen Poken in freier Wildbahn fotografieren.
……



find ich sehr zutreffend analysiert! eine kleine Anmerkung: die Bildunterschriften von Onlinerat und Internetrat sind vertauscht ;)
ups, das muss wohl ein freudscher Vertauscher gewesen sein… nein scherz, hab nur den Border vertauscht.
Aber gut das es jemanden auffällt ;)
Hallo!
Die Feststellung als Vortragender ernste Inhalte im Auftreten, also der Form in überzeichnender Weise war bewusst gewählt.
Leider konnte ich bzw. hatte vergessen aufzuklären warum ich so vortrage.
Das versteht man erst, wenn man folgendes Video gesehen hat. Welches ich vor hatte vorzuzeigen.
http://www.youtube.com/watch?v=Gk6163Q9YtQ&feature=channel_page
Ein Gastauftritt bei PulsTV bei Mel Merio hatte mich darauf gebracht. Es hatte gut 3-4 Tage in dieser Kostümierung gedauert. Bis die Menschen gecheckt hatten wer diese Person, also ich war. Es hatte also vor laufender Kamera die Maskerade gewirkt seine Identität zu verschleiern. Erst 3-4 Tage später ist mein Handy heiss gelaufen u. man hat mich erst nach u. nach erkannt.
In solchen Vorträgen die ich halte, die ich immer der gleichen Kostümierung mache. Löse ich natürlich auf. Ziel ist den Zuhöreren durch Selbsterfahrung vor Augen zu führen, dass Videoüberwachung u. auch TV-Auftritte nicht verhinden können Identiäten wahr zu nehmen bzw. fest zu stellen.
Daher nehme ich mit zukünftig nicht auf die Auflösung zu vergessen.
In der Vergangenheit hat diese Vorgangsweise für AHA-Erlebnis gesorgt u. man sollte dadurch mit Totschlagargumenten vorsichtiger sein. Sprich Videoüberwachung hilft immer. Nein das Gegenteil ist der Fall.
danke fürs kommen!