Aktivismus


Dieser Artikel ist eine Reaktion auf den Blogpost von Marco Schreuder vom 17. März 2010.

Auf so einen Blogpost hab ich schon lange gewartet! Als bisexueller Junge war ich das erste mal mit 15 Jahren auf einem CSD und bis heute bleibt ein schlechter Beigeschmack bei dieser Veranstaltung.

Das Grundproblem der Wiener Szene ist, meiner Meinung nach, die Kommerzialisierung und der stark homogenisierende Gruppenzwang, beides ist Offensichtlich bei dieser Veranstaltung und prägt stark das Bild des “Anderssein” in der Österreichischen Gesellschaft.

Viele hetero Freunde und Bekannte haben eine offenere und unverkrampftere Lebenseinstellung zu Homosexualität und Sexualität im Allgemeinen als die meisten Menschen, die ich in “der Szene” kennen gelernt habe.

Die Regenbogenparade ist Ausdruck dieser parallel Realität und Feier des Anderssein.
Ich sehe es keineswegs als schlecht an, wenn Menschen ihre Diversität offen zeigen, ich fände es wunderbar wenn wir dazu die verkrampfte Ringstrasse zu unserer Bühne machen. Aber muss es jedes Jahr immer dieselbe retro Homonormative Show sein?
Wo bleiben die Schwulen Punks, die lesbischen Akademikerinnen, die HipHop Jungs oder die ethno Frauen? Wo wäre überhaupt ihr Platz zwischen all den GoGo Tänzern, Kommerz Disco Wagen und Poppers Werbern auf der Parade?
Die Grünen und die GAJ sind noch am ehesten wirklich Offen in diesem Spektrum, trotzdem sehe ich in diesem kommerziellen Zirkus keinen Platz für mich als sexuell selbstbestimmten Aktivisten.

Politisch ist die Parade eindeutig ein machtvolles Instrument und auch  ein wertvoller Indikator in restriktiveren Gesellschaften. Aber spiegelt die Parade wirklich die Lebensrealität und politischen Forderungen der vielfältigen homosexuellen Lebensrealitäten Österreichs? Oder wird sie zu 95% geprägt durch die Handvoll Wiener Szene Lokale?

Vor einigen Jahren haben wir mit der Wiener Neustädter LesBiSchwulen Jugendgruppe “Junx” versucht den Demonstrationscharakter mehr herauszustreichen! Ein Jugendwagen mit HipHop und geschmückt mit Klischee-Sprüchen. Auf einmal gab es dort auch Jugendliche auf diesem Truck, Leute die sonst eher abseits der Parade stehen.

Junx Wagen Regenbogenparade

Die Wiener Szene ist zum Beispiel verglichen mit den funktionierenden TransGender Szenen in Berlin ein kompletter Außenseiter, hier gibt es nur eine Art des Anderssein. Female to Male Transgender kommen nicht mal in einen Bruchteil der Schwulenlokale in Wien. Was sagen die Grünen zu dieser Art Türsteherpolitik?

Die Queer Szene muss aus mehr als normativen, kommerziellen Räumen und Lebenskonzepten bestehen. Ansonsten sollte die Parade ehrlicher werden und keinen Allgemeinen Anspruch der Repräsentation stellen.

quintessenz und UBIT haben dieses Jahr zum ersten mal das geniale BigBrother Stipendium ins Leben gerufen. Damit sollen Menschen motiviert werden für Datenschutz und digitale Menschenrechte aktiv zu werden.

Die Bekanntgabe des Stipendiums ist heute im Rahmen des q/Talks zu Nacktscannern um 21 Uhr im Museums Quartier, Electric Avenue, Raum D.

Hier ist meine Einreichung für das Stipendium:

Projekteinreichung für das Big Brother Stipendium 2010

Der Audio-Podcast „Morsezeichen“ bringt Grundkompetenz in digitalen
Menschenrechten und Netzkultur zu einer neuen Öffentlichkeit!

Themen, die fortlaufend wichtiger für immer mehr Menschen werden, müssen auch richtig aufbereitet sein. Ein Podcast eignet sich um eine große Anzahl an Menschen über komplexe Sachverhalte aufzuklären – ein mannigfaltiges Thema mit vielen Facetten (wie z.B. Netzneutralität, Datenschutz und Datensicherheit) lässt sich auf rein textlicher Ebene kaum vermitteln. Wir wollen Grundkenntnisse schaffen, Gefahren aufzeigen und positive Aspekte herausstreichen.

Das Morsezeichen war der erste Code, der die Menschen weltweit verbunden hat. Sein Beep Ton ist allen Menschen bekannt und zum Inbegriff für Telekommunikation geworden. Besonders, wenn der Wirkungskreis über Internet-affine Menschen hinaus ausgedehnt werden soll, hat dieser Podcast das Potential, diese Menschen zu erreichen.

Beispiele für Sendungen im Jahr 2010:

  • digitales ABC – Begriffe erklären (Web 2.0, Datenschutz, Firewall, Data Mining, Netzneutralität,…)
  • Praktische Tipps (Festplattenverschlüsselung, Backupstrategien)
  • Datenschutzbeauftragte in Österreich
  • freie Lizenzen für ein freies Internet (Creative Commons, Public-Domain, Lizenzprobleme)
  • Netzneutralität und wieso wir nicht darauf verzichten können
  • Vorratsdatenspeicherung | Auswirkungen auf Wirtschaft und Demokratie
  • die Arbeit eines Watchbloggers: Netwatcher24
  • Landtagswahl Wien 2010: Gespräche mit allen Parteien
  • Internetforschungsgruppe Wien | Mediennutzung von Jugendlichen
  • Games City / F. R. O. G. 2010 | Rathaus
  • Freiheit vs. Sicherheit | ein philosophisches Gespräch
  • Big Brother Awards 2010
  • Sicherheitslücken verständlich machen (GSM, WEP, SSL), Exploits erklären, Konsequenzen aufzeigen, Handeln der Hacker erklären
  • Hacker (Kultur, Geschichte, Ethik)
  • Berichte von den großen Hackerkonferenzen 2010 (Easterhegg, SIGINT, 27c3,…)
  • neue Kulturproduktionsformen im Netz (Collaboration, CrowdSourcing)
  • aktuelle Themen (Datenpannen, gesetzliche Veränderungen, Unvorhergesehenes,…)

Das Format soll prinzipiell bidirektional gestaltet sein, offene Feedback-Kanäle werden direkt in das Sendungskonzept und die Gestaltung miteinbezogen. Ziel des Podcasts ist es zu sensibilisieren, eine Referenz aufzubauen und Leute für das Netz zu begeistern!

Durch kontinuierliche Veröffentlichung neuer Sendungen, dem Vorstellen und Vernetzen des Projektes auf BarCamps und im studentischen Umfeld und der Kooperation mit Radio- Sendern und anderen Medien, soll ein möglichst großer Kreis an RezipientInnen erreicht werden. Der Podcast beinhaltet selbstverständlich ein Logo und einen Jingle, sowie zu jeder Folge einen Blogeintrag und einen Wikiartikel.
–> http://www.morsezeichen.org

Trägerverein

Die NPO Transforming Freedom ist Trägerverein des Projekts. Ziel von Transforming Freedom ist die freie Bereitstellung von Vorträgen und Interviews mit Fokus auf digitaler Kultur. Aus den sich überschneiden Zielvorgaben beider Plattformen ergeben sich Synergien in der Form, dass ausgewählte Podcast-Folgen transkribiert werden und neben erweiterten Zitations- und Suchmöglichkeiten als Zusatznutzen auch barrierefrei zur Verfügung stehen.
–> http://transformingfreedom.org

Projektleiter

Projektleiter ist Thomas Lohninger, geboren am 23.12.1986 in Wien. Ich studiere an der Uni Wien Kultur- und Sozialanthropologie, arbeite halbtags als Softwareentwickler, engagiere mich seit meinem 14. Lebensjahr in NGOs aus dem Umfeld von Menschenrechten (Zivildienst bei ZARA, Anti-Diskriminierungs-Trainer der BJV), bei den Grünen Vorwahlen und zuletzt bei den #unibrennt-Protesten.

Als Anthropologe übersetze ich zwischen verschiedenen Kontexten und versuche Verständnis unter themenfremden Menschen zu erzeugen. Genau das war der Grund, weshalb ich im Sommer 2009 mit meinem ersten Podcast „Talking Anthropology“ begonnen habe:
–> http://talkinganthropology.com

Talking Anthropology verfolgt eine ähnliche Strategie wie der Morsezeichen-Podcast, mit dem Fokus auf anderen Themen und einem eher akademischen Publikum. Das Grundkonzept ist aber schon gut zu erkennen.

Ich will diesen Podcast machen und das Big Brother Stipendium würde mir die Möglichkeit dazu geben! Damit hätte ich die Zeit und Ressourcen, um den Morsezeichen- Podcast professionell zu produzieren und in einem breiten Personenkreis zu etablieren. Wenn das Projekt gestartet wird, sehe ich es als längerfristige Verpflichtung, es als den Netz-Podcast in Österreich zu etablieren und den Brückenschlag zu neuen Menschen zu schaffen, die heute noch nicht so begeistert und bewandert vom Internet sind wie wir!

Ich halbe lange gehadert damit diesen Blogbeitrag zu schreiben. Was ich am letzten Freitag Abend vor dem Audimax gesehen habe liegt mir nämlich immer noch schwer im Magen. Es wurde schon öfters diskutiert wie links die #unibrennt Besetzung ist, ob Besetzung nicht per se ein Mittel der Linken ist, ob freie Bildung nicht ein Thema der Linken ist.

Diese Überlegungen in wie weit diese Bewegung sich einen ideologischen Anstrich gibt bzw. wie das Selbstverständnis einiger ihrer Mitglieder geartet ist, kann man lange und breit führen… Mich hat das nur begrenzt interessiert. Ich sehe die binären Kategorien von “Links” und “Rechts” als veraltet an und finde wir müssen darüber hinauswachsen. Viel zu oft hat sich ein Kompromiss in diesen Lagerkämpfen verloren.

Posieren für die Kamera

Leider werden diese veralteten Kategorien verdammt real und lebendig, wenn farbentragende Burschenschafter vor das Audimax kommen. Zuerst hab ich diesen blonden Jungen mit der Schärpe nicht ernst genommen. Er stand da recht ruhig und wurde belagert von einer Gruppe von Leuten der Krisenintervention und einem sehr angetrunkenen Typen der laut brüllend verlangte, das “der Typ” hineingelassen werden soll. Es wurden Fotos und Videos gemacht und der blonde Junge grinste. Er stand da ganz ruhig und argumentierte mit seinem Publikum. Als ich in die Diskussion einstieg, versuchte ich herauszufinden was er hier tut. Er sagte er wäre der Vize-Chef seiner Burschenschaft und hier um Verhandlungen zu führen. Er wäre mit allen unseren Forderungen einverstanden, bis auf die Frauenquote. Ich hab versucht mit ihm zu argumentieren, in dem Moment dachte ich man könnte bei ihm vielleicht etwas erreichen oder zumindest seinen Standpunkt ausloten. Leute mit rechten Ideologien kenne ich aus meiner Schulzeit schließlich genug und solche Gespräche hab ich damals auch oft genug geführt.

Das Gespräch wurde allerdings sehr schnell abgebrochen. Die Krisenintervention kam zu uns und begann ein Gespräch mit mir zu führen, begann mich von ihm abzulenken. Als sie merkten, dass man mit mir reden kann, boten sie mich in den OrgaRaum und erklärten mir “the big picture”. Zu diesem Zeitpunkt hab ich nicht verstanden wieso sie mich nicht mit diesem Typen reden lassen wollten, schließlich ist es nicht ausgeschlossen da etwas zu erreichen und eine basisdemokratische Bewegung sollte Redefreiheit als hohes Gut ansehen. Rede- und Meinungsfreiheit gilt als Menschenrecht allerdings für alle, auch für die Rechten! Das schlägt sich allerdings mit einem Plenumsbeschluss, der farbentragenden Burschenschaften den Zutritt ins Audimax verbietet. Man erklärte mir das diese Burschenschafter nicht zum Reden hier sind, sondern ganz einfach um zu provozieren. Und das die Krisenintervention hier ist um Streit und Kämpfe zu verhindern, sie sind der Puffer zwischen den rechten Burschenschaftern die hinein wollen und den linken BesetzerInnen, die das mit Gewalt abwehren würden. Getrieben ist die Krisenintervention von der Angst, dass sobald es zu Gewalt kommt, bei der die Polizei einschreiten muss, diese Besetzung aufgelöst wird. Eine Angst, die ich sehr gut nachvollziehen kann, und auch unabhängig davon bin ich dafür hier simple Gewalt zwischen Links und Rechts zu verhindern. Wenn diese Geschichte hier HeldInnen braucht, dann wären es die beiden Mädchen der Krisenintervention mit afghanischem und taiwanesischem Migrationshintergrund, die durch ihr Einschreiten die ganze Nacht über dafür gesorgt haben das kein Blut fließt.

Zu diesem Zeitpunkt war ich aber noch nicht davon überzeugt, dass es einwandfrei richtig war was die Krisenintervention tat. Ich war der Meinung man muss mit den Leuten sprechen und ihnen den Raum geben zu argumentieren. Ganz im Sinne von Lucas Meinung “Wir müssen unsere KritikerInnen überzeugen”. Da verwiesen sie mich allerdings auf den Plenumsbeschluss farbentragende Burschenschafter aus dem Audimax auszuschließen und ihnen keine Raum zu geben. Den Beschluss kannte ich und sah ihn äußerst kritisch, aus oben genannten Gründen der Meinungsfreiheit. Aber viel kritischer ist die Tatsache, dass die reine Präsenz von Burschenschaftlern reicht um innerhalb der Audimax Bewegung eine Spaltung zu erreichen.

Posieren für die Kamera

Lange konnten wir im geheiztem Pressezimmer nicht diskutieren, denn wir wurden bald raus gerufen mit der Ansagen die Burschis sind mit mehr Leuten zurück gekommen. Dort draußen fanden wir auch wieder den blonden Jungen mit der Schärpe, noch 4 andere Burschenschafter im Anzug und den einen besoffenen Typen der auch vorhin schon für den Burschenschafter argumentierte. Es fielen unzählige sexistische Aussagen und die gesamte Rhetorik war sehr darauf ausgelegt zu provozieren. Einige Leute machten sich daran mit ihnen konstruktiv zu diskutieren, allerdings ohne Erfolg. Es war kein sachliches Argument mehr möglich, sondern wurde nur noch provoziert. Dann kam die Gegenseite dazu. Zwei Punk Mädchen aus dem Audimax stiegen ein in das Gespräch, das zum Geschrei wurde.

Eines der Punk Mädchen spuckte dem farbentragenden Burschenschafter auf seine Jacke. Dieser grinste nur, aber der besoffene Typ begann daraufhin komplett auszurasten. Die Krisenintervention, die Securities der Uni Wien und ich waren daraufhin nur noch damit beschäftigt diesen Typen von dem Punk Mädchen fern zu halten. Die Burschenschafter hatten während dessen ihren Spaß und begannen laut zu lachen. Als wir sie ein weiteres Mal aufforderten zu gehen schrie der Junge mit der Schärpe nur noch “mit welchem Recht? mit welchem Staatlichen Recht willst du mich weg bringen?” und weil die ganze Szene vor dem Tor zum Audimax auf dem Gehsteig stattfand, hatte er recht.

Die Fronten waren verhärtet, weder die Punk Mädchen noch die Burschenschafter wollten verschwinden. Zum Glück löste die Kälte dann den Konflikt und alle Parteien zogen um ca. 4 Uhr früh ab.

Wer sind die Feinde des Audimax?

Sie sind Innen und Außen. Sie sind in jeder Form des Extremismus, der fest gefahrenen Ideologien oder diskriminierenden Grundhaltung. Ich hab an diesem Abend die Arbeit der Krisenintervention sehr zu schätzen gelernt, auch wenn ich anfangs gegen sie war. Sie machen einfach einen notwendigen Job um Gewalt zu verhindern.

Ich schreibe diesen Blogbeitrag einerseits weil ich es unvorstellbar finde, dass bis jetzt noch niemand über die Situation in der Nacht vor dem Audimax geschrieben hat und andererseits weil diesen Samstag eine noch größere Gefahr droht. Zitat eines Kettenmails:

hey leute,

morgen findet ja die demo um 19 uhr gegen die 150-jahr feier der olympia statt. ich wollt euch nur mal dazu ein paar zitate aus dem alpen-donau www.alpen-donau.info/ weiterleiten.

ich denk, dass es gut ist sich dessen bewusst zu sein und dass es enorm wichtig ist, dass das audimax dieses wochenende voll ist.

lg basti

“Bekanntlich befindet sich mit dem besetzten Hörsaal „Audimax“ ein Zentrum für Gewaltverbrecher in unmittelbarer Nähe zur Hofburg.”

“Bereits diesen Freitag wird aller Voraussicht nach die Gewaltorgie rund um den Kommers beginnen.”

Die Polizei wird mit entsprechenden Kräften im Einsatz sein. Wir empfehlen die Durchsetzung des „Vermummungsverbots“ sowie eine Räumung des „Audimax“. Darüber hinaus wünschen wir einmal mehr unseren Freunden bei der Exekutive: „Viel Spaß und Knüppel frei!“

“Offensichtlich ist einem Teil der Antifaschisten die SPÖ-Aktion zu wenig. Deshalb rufen jetzt auch die Bummelstudenten von ‘Uni-Brennt’ zu Krawallen auf.”

Die SPÖ, die „GrünInnen“ und diverse andere Halbweltsorganisationen mobilisieren einmal mehr den Abschaum der Menschheit gegen Deutschtum und Meinungsfreiheit. ….

“Die zu erwartende Orgie des Hasses, der Gewalt und Sachbeschädigungen, wird von den Kommersveranstaltern wiefolgt kommentiert:

„Kein Problem haben offenbar die Veranstalter des Festkommerses mit den Gegenveranstaltungen. Solange diese im gesetzlichen Rahmen blieben, handle es sich um demokratische Aktionen, sagte ein Sprecher. Die Burschenschafter hätten seit 200 Jahren für Meinungs- und Pressefreiheit gekämpft.“

Unserer Ansicht nach verlangen raue Zeiten auch eine rauen Ton.
Die Vergangenheit verpflichtet
Es ist Zeit die Faust zu bandagieren und die Glacéhandschuhe auszuziehen.”

Ich bin mit meinem Podcast auf diesem Blog ja bis jetzt sehr Stiefmütterlich umgegangen. Das soll sich jetzt Ändern! Talking Anthropology ist ein Projekt in das ich sehr viel Herzblut gesteckt habe und mit dem ich wachsen will. Trotz kleiner Mackel, werde ich langsam immer zufriedener damit.

Die neueste Folge hat nun auch wirklich einen eigenen, sehr guten Charakter bekommen. Also hört euch das an und lasst mich eure Meinung wissen! Am Besten ihr abonniert gleich den Feed ;-)

 

Ich hab Jana Herwig gestern Abend gefragt wieso sie noch nichts über die aktuelle Besetzung des AudiMax an der Uni Wien getwittert hat. Durch diese Besetzung ist meine Twitternutzung nochmal quadriert worden. Nun ja, viel Twittern ohne etwas (dazu) von Jana zu lesen war komisch.  Sie hat mir dann geantwortet und aus meinem Kommentar zu ihrem Posting wurde das hier:

Das ist was ich vermisst habe in den letzten zwei Tagen. Zwei Tage im Ausnahme-Zustand mit sehr vielen Leuten und extrem viel Austausch.
Ich hab von Anfang an versucht das Geschen im und rund um das AudiMax transparent zu machen. Darin hab ich meinen Beitrag gesehen und deshalb rede ich viel, hab einen Podcast gemacht und schreibe was so passiert

Zu einer richtigen Analyse bin ich bis dato noch gar nicht gekommen. Es war so überwältigend bei so einem Ereignis überhaupt dabei zu sein. Gleichzeitig spührt man dort auch nach einiger Zeit unbehagen, bei einigen der RednerInnen am Podium sogar ganz laute Warnsignale.

offenes Plenum

offenes Plenum

Die Bewegung im AudiMax schöpft ihre Kraft aus einer romantischen, linken Revolutionsphantasie. Es war schön zu sehen das so etwas in Österreich passieren kann und man will daran glauben. Ein Haufen unzufriedener, autonomer StudentInnen und 12 Forderungen, die von der Akademie der bildenden Künste formuliert wurden. Anarchie und Basisdemokratie heißt einerseits kreativer Freiraum im tun, aber auch instabile Entscheidungsfindung.

Ich hoffe wir haben es hier mit einer Revolution zu tun! Eine Revolution die naturgemäß zum Scheitern verurteilt sein wird, so wie auch die Mehrzahl ihrer Forderungen. Trotzdem kann sie Siegen, indem ihr Kern, ihre Stoßrichtung die Gesellschaft bewegt. Die Bewegung wird sich irgendwann verlieren, aber zuvor bietet sie hoffentlich genügend Reibungsfläche und Anstoßgspunkte um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Damit wir uns richtig verstehen: ich bin dafür das diese Bewegung langfristige Veränderungen bringt und den Wert von Bildung als Menschenrecht und gesellschaftliches Anligen festschreibt. Diese Richtung ist mir wichtig und ich sehe sie als Kern in den Vorderungen.

Wie Jana sagt, jeden der Punkte müssste man kontextualisieren und diskutieren, um zustimmen zu können. Aber im Kern sind diese Forderungen doch nur der Versuch einen möglichst radikalen Gegenentwurf zum Status-Quo zu skizieren.

Ich verstehe meine Position als Berichterstatter und Übersetzer zwischen den Menschen die demonstrieren wollen und dennen die nicht verstehen was hier überhaupt passiert. Damit eine Veränderung spührbar bleibt müssen so viele Leute wie möglich von den Protesten mit bekommen. Wie die Geschichte hier ausgehen wird traue ich mich jetzt noch nicht zu sagen…

UPDATE:
Es gibt jetzt auch ein Video zur Pressekonferenz:

Interview mit Gio Hahn, ÖVP BM f. Wissenschaft über E-Voting from Netwatcher24 on Vimeo.

Am vergangenen Mittwoch ergab sich für mich eine ungewöhnliche Gelegenheit. Manfred Krejcik, auch bekannt als Netwatcher, hat mich eingeladen zu einer Pressekonferenz der Wiener ÖVP mit zu kommen. In meiner Rolle als Auszubildender bei Radio Orange ging es ihm darum mir einen Einblick in das Geschäft des Journalismus zu geben. Ich nenne es auch gerne: „die Produktion von Wahrheit“.

Zugegen waren Wissenschaftsminister und Wiener Landesparteiobmann Johannes „Gio“ Hahn und dem JVP Bundesobmann Sebastian Kurz passender weise im Café di Gio. Thema der Pressekonferenz war ein träumerischer Vorstoß der ÖVP die U-Bahnen Wiens am Wochenende rund um die Uhr fahren zu lassen. Dieses typische Oppositionsthema hat mich bei der ÖVP etwas verwundert, anscheinend funktionieren die Strategien der Bundesebene hier in Wien nicht so gut. Auf die Finanzierung des Projekts wurde zuerst gar nicht und auch durch Nachfragen der Journalisten nur sehr wage eingegangen. Scheint in dieser Sache wohl nicht so wichtig zu sein.

Überhaupt wurde sehr wenig von den Journalisten gefragt und mein Eindruck war, dass nicht besonders kritisch vorgegangen wird. Die präsentierte Information wird verarbeitet, verpackt und gesendet.

Dies war nicht mein erster Face to Face Kontakt mit ÖVP Funktionären. In einer Diskussion zum EU Verfassungsvertrag seinerzeit war ich im Palais Ferstl mit Wolfgang Schüssel und bei einer Sonderführung durchs Parlament hatte ich mal mit meinem HTL Jahrgang eine Fragestunde mit Andreas Kohl. Ich muss zugeben, beide Persönlichkeiten waren einprägsamer als Gio Hahn und bei beiden Gelegenheiten fand ich wichtigere Fragen als in dieser Pressekonferenz.

Das Thema wieso Manfred Krejcik und ich dort an getanzt sind war aber natürlich nicht die U-Bahn, sondern E-Voting. Manfred hat die Gelegenheit der PR-Kampagne genutzt und ausgehandelt Minister Hahn auch mit ein paar Fragen aus dem Netzpolitik Segment Löchern zu können. Ich war dabei weil ich zu diesem Thema einen Blogpost geschrieben habe mein Interesse klar machen konnte.

Ich würde Hahns Verhalten als gekonntes nicht-zurück-rudern bezeichnen. Er wollte uns nichts eingestehen, aber hat seine Aussage zu technikfeindlichen e-Voting Gegnern wenigstens nicht wiederholt. Leider glaube ich, dass wir von ihm noch weitere elektronische Wahlen zu befürchten haben. Auch mein Argument, dass eine elektronische Wahl für die Mehrheit der Bevölkerung einfach nicht nach zu vollziehen ist, nahm er mehr oder weniger nicht zur Kenntnis.

Mein persönliches Résume ist gemischt positiv. Ich fand es aufregend mal bei einer Pressekonferenz dabei zu sein, aber nur weil mich dieses Setting fasziniert. Klassischer Journalismus ist bestimmt nichts für mich. Aber der großteil unserer Medien wird ja davon geprägt, also finde ich es gut diesen Leuten mal in die Karten zu schauen. Mein Informationskanal soll losgelöster von tradierten Strukturen sein und eher den Menschen mit seinen Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen. Aber mehr dazu bald…

Ich wurde gerade als Grüner Unterstützer aufgenommen!

Lieber Thomas!

Vielen Dank für dein Interesse UnterstützerIn der Grünen zu werden. Wir haben in den letzten zwei Monaten 700 Anträge bekommen. Das hat uns vor ganz neue Fragen gestellt und wir haben uns erlaubt, uns die Zeit, die wir für die Antworten gebraucht haben, auch zu nehmen.

Wir freuen uns dir nun mitteilen zu können, dass wir dich als UnterstützerIn im Kreis der Grünen Wien herzlich willkommen heißen.

Wir möchten dich als UnterstützerIn, so wir das nicht schon getan haben, auch gerne persönlich begrüßen und näher kennen lernen!

Beim Open House hast du die Gelegenheit uns und andere Grüninteressierte zu treffen und mehr über die Grünen Wien und über unsere Arbeit zu erfahren. Das nächste Open House  findet am 7. Juli 2009, um 19 Uhr im Grünen Haus, Lindengasse 40, 1070 Wien mit der Gemeinderätin Heidi Cammerlander und dem Stadtrat David Ellensohn statt.

Bei den Grünen Wien hast du die Chance, Politik aktiv mitzugestalten!

Wenn dein Interesse deiner direkten Wohnumgebung gilt, freut sich die Bezirksgruppe in deinem Bezirk über deine Mitarbeit. Wenn du eher an themenbezogener Arbeit interessiert bist, besteht die Möglichkeit, dich in einer unserer Arbeitsgruppen einzubringen bzw. dich an aktuellen Aktionen zu beteiligen. Du kannst aber auch in einer unserer Teilorganisationen aktiv werden.

Mit lieben Grüßen

Karin Horn &
Miriam Grafl
P.S.: Du erhältst dieses Schreiben auch per Post inklusive dem Politischen Jahrbuch der Wiener Grünen und dem aktuellen Statut.

Irgendwie kann ich mich nicht so ganz freuen, da ja die Meisten Anträge immer noch auf die Bearbeitung warten bzw. die Mehrheit abgelehnt wurde. Trotzdem bin ich von der Initiative und den Grünen überzeugt und freu mich drauf Mitarbeiten zu können und hoffentlich gehör zu finden!

Wieso sie extra dazu schreiben, dass beim ersten Open House David Ellensohn dabei ist, ist mir nicht ganz klar. Hoffentlich ist das Ziel die gegenseitigen Resantiments aus der Welt zu schaffen!

Ich habe ja schon in meinem letzten offenen Brief auf den Klubobmann der Oberösterreichischen Grünen Gottfried Hirz verwiesen. Der liebe Mann hat im Landtag für die Einrichtung einer Zensurinfrastruktur argumentiert und ich wollte das ihm sein grüner Kollege aus dem deutschen Bundestag einmal die Gefahren davon erklärt.

SG Klubobmann Gottfried Hirz,

ich habe ihre Rede im Oberösterreichischen Landtag gesehen und habe ihnen entschieden Widersprochen, da ihre Argumentation für mich sehr Gefährlich war.

Um ihnen meine Punkte darzulegen bitte ich sie einfach sich das gestrige Video ihres deutschen Parteikollegen Wolfgang Wieland aus dem Bundestag anzusehen.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=2xIVJwgDWVE&hl=de&fs=1&]

Es geht bei dieser Zensurinfrastruktur nicht um die Verhinderung von Kinderpornographie oder dem Markt der darauf basiert.

Viele Beispiele aus Deutschland zeigen wie mit bestehenden Rechtsmitteln die Angebote innerhalb von Stunden vom Netz genommen werden können und gegen die Provider vorgegangen werden kann. Eine von ihnen argumentierte Zensurinfrastruktur hätte stattdessen weitreichende Folgen für die Informations- und Meinungsfreiheit im Internet.

Dieses Thema bewegt die Menschen, dass zeigt auch eine Petition im deutschen Bundestag, die annähernd 135.000 Menschen unterzeichnet haben.
Die Taktik die hier angestrebt wird ist auch absolut inadäquat um dem Problem zu begegnen. Die angestrebten Maßnahmen dienen weder der Verhinderung derartiger Straftaten noch werden die Dokumentationen davon wirklich gelöscht. Nach dem deutschen Modell, dass sie ja offiziel anstreben, wird nur ein Stoppschild davor gehängt. Deshalb hat sich in Deutschland auch schon ein Verein von Missbrauchsopfern gegen Internetsperren gegründet, der gegen die Instrumentalisierung dieses Themas auftrit.

Ich bitte Sie dieses Thema zu überdenken und nicht dem einfacheren, populistischen Kurs zu folgen.

mit freundlichen Grüßen,

Hier nochmal das Video von “unserem” Grünen:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TldIyBf7zD8&hl=de&fs=1&]
(eine Kuriosität: beide Videos gleichzeitig laufen lassen und hören welche Wörter gleich sind)

Eine etwaige Antwort poste ich natürlich hier.

Das BarCamp Vienna am 13-14. Juni 2009 geht gerade zu ende. Es war mein erstes Bar Camp seit dem Helma NG Event vor ca. einem Jahr. Stattgefunden hat das Ganze in der Modul Universität auf dem Kahlenberg in Wien, eine sehr respektable Universität mit sündhaft teuren Studiengebühren. Die TeilnehmerInnen der Veranstaltung konnten sich über eine wunderbare Lokation über den Dächern Wiens freuen.

Terasse der Modul-Uni am Kahlenberg

Blick auf Wien

Ich hab noch keine große BarCamp Erfahrung und deshalb keinen qualifizierten Vergleich, aber ich fand die Sessions großteils positiv. Mein Geschmack wurde mit dem Schnittpunkt zwischen Technik und Gesellschaft aber auch gut bedient. Zum Beispiel sind zwei Slots über Google Wave und Privacy zusammen geflossen, die Themen gingen einfach in einander über und die Zeitslot Grenzen waren egal. Ein gutes Beispiel wie Bar Camp Regeln kreativ neu gedeutet werden müssen.

Mein Hunger nach harten Technik Fakten wurde in den Sessions über “Identi.ca und andere laconi.ca Installationen” und “Cloud Computing für Normalsterbliche” befrieidigt. Beim Zweiteren war es schön zu sehen, dass auf die Frage wer Cloud Computing kennt ein ganzer Saal die Hände hob, aber auf die Frage wie man das definieren könnte nur noch einer bescheid wusste.

Die live Installation einer laconica Instanz wurde übrigens gleich vom österreichischen Internetrat verwendet um ihre Plattform saubertweeten einzurichten. Was der Internetrat ist war Thema einer heftigen Diskussion am ersten Abend. Ich empfinde es fast als gefährlich eine Stellungnahme dazu abzugeben. Für mich ist der Internetrat schwarzes Theater im Internet und eine gekonnte Parodi auf den österreichischen Medienrat.

Online-Ethik, Freiwillige Selbstkontrolle und Empehlungen

Diese Aktion zeigt wie Vertrauen im Internet hergestellt wird, wie sich eine selbsternannte Institution etabliert. (1) Der Name beinhaltet ‘österreich’ und ‘Rat’ (2) es gibt einen Futurezone-Artikel darüber (3) Die 5 Vorstandsmitglieder sind den Meisten in der österreichischen Netz Community bekannt.

Der Internetrat trägt seinen eigenen Widerspruch in sich
Jeder kann einen Blog aufmachen

Diese 3 Punkte reichen um in den Diskurs über Zensur ernst genommen zu werden und um einen ganzen Saal zu bewegen, die eine Hälfte ist lautstark am lachen und die Andere kämpft mit der fehlenden Legitimation dieses Zensur-Organs. (Sebst-)Zensur und Empfehlungen werden dabei genauso leicht verwechselt wie unüberlegte Aktionen mit echter NGO Arbeit. Für mich war es nach diesem Tag klar, dass der Aufklärungsaspekt bei der Geschichte überwiegt. Es wurden Leute hinters Licht geführt und ihnen wurde ein Spiegel vor gehalten, aber am Ende haben alle gelacht und, nach meinem empfinden, gab es Konsens über die Ernsthaftigkeit des Themas.

Am nächsten Tag wurde das nochmal auf die Probe gestellt. Der österreichische Onlinerat hat sich über die Nacht gegründet! Dabei handelt es sich, meiner Meinung nach, um eine Parodie auf die Parodie. Das Argument der fehlenden Legitimation des Internetrats wurde ins extreme verkehrt und eine Institution ohne Führungsstrukturen wurde geschaffen. Die Nutzergemeinde soll den Internetrat kontrollieren. Dabei ist, wer auf Twitter oder Facebook folgt. Themen? Regeln? Gibts noch nicht. red ma drüber!

Onlinerat Initiator

Der Onlinerat

Der Internetrat

Der Internetrat

Datenschutz, Zesurfreiheit, Netzneutralität. Das sind Themen die technik begeisterten Menschen normalerweise sehr wichtig sind. Schließlich haben die, die ihr Leben großteils im Netz verbringen, durch diese neuen Restriktionen am meisten zu verlieren. Natürlich gab es auch Sessions, die sich diesem Thema ernster genähert haben. Damit meine ich “Bürgerrechte & das fehlende Bewusstsein im Informationszeitalter” von dem Betreiber von netwatcher und q/uintessenz.  In dieser Session war der Inhalt einschlägig und dem Thema entsprechend ernst, dafür war die Verkleidung des Vortragenden und das rund herum etwas überzeichnet.

Bürgerrechte & das fehlende Bewusstsein im Informationszeitalte

Bürgerrechte & das fehlende Bewusstsein im Informationszeitalte

Vielleicht bin ich von der SIGINT einfach nur noch eine andere Art gewohnt sich diesem Thema zu nähern. Aber irgenwie fehlte mir da die Bereitschaft zu kämpfen und das heißt in diesem Fall glaubhaft genug zu sein um die breite Masse zu informieren.

Die letzten Ereignisse haben mich dazu gebracht diesen offenen Brief zu schreiben:

SG Grüner Vorstand,

ich schreibe ihnen, um meiner Ablehnung als Grüner Vorwähler zuvor zu kommen. Zu der Annahme bringt mich die verlautbarte Praxis, mit der sie gedenken zu entscheiden wer willig ist sich bei den Wiener Grünen einzubringen und wer nicht. Das genannte Kriterium, ob jemand auf Massenzusendungen verzichten will, da die Person sich selbstständig informiert, kann und darf kein Kriterium für eine Ablehnung sein! Mein Vormieter war oder ist Mitglied bei den Grünen und hat die Partei über seinen Auszug vor 2 Jahren nicht informiert, wodurch ich sowieso schon die Zusendungen der Grünen bekomme. Allerdings ist die Akzeptanz von Postwurfsendungen auch für andere VorwählerInnen kein Indikator ihrer Bereitschaft zur politischen Partizipation. Erst recht netzaffine Menschen sind es gewohnt sich ihren eigenen Informationskanal zu bauen und empfinden den Briefkasten als kein adäquates Kommunikationsmittel mehr.

Die Zahlen der UnterstützerInnen Anträge scheinen für den Vorstand beängstigend zu sein und die Checkbox ist womöglich ein gutes Mittel diese Zahl willkürlich zu reduzieren, damit nimmt man den Vorwahlen allerdings ihren Hauptnutzen für die Grüne Partei, nämlich ihre Dynamik und Offenheit. Zwei Kriterien die ich mir von den Grünen wünschen würde. Zwei Kriterien die, wie ich finde, leider in der öffentlichen Wahrnehmung fehlen.

Was kann ich tun? Obwohl ich noch nicht viele Jahre auf dem Buckel hab, versuche ich schon lange für meine Werte einzutreten. Das habe ich in dem Verein Junx in Wr. Neustadt getan, der Straßenzeitung Eibischzuckerl, meiner Tätigkeit als Schulsprecher, meinem Job im Diversity Projekt “Achtung für Alle” der Bundes Jugend Vertretung, dem Projekt Peer-ConneXion der HOSI Wien un meinem Zivildienst bei der Beratungsstelle ZARA. Neben dem Alltäglichen Diskurs, wo jedeR glaube ich  auch etwas bewegen kann. Bei mir wären diese Tätigkeiten nicht so leicht recherchierbar gewesen wie bei Andreas Lindinger und wahrscheinlich wollte er sich, genauso wie ich, lieber selbst informieren.

Was kann ich für die Grünen tun? Die Bandbreite ist groß und nach oben hin offen. Es beginnt bei der Öffentlichkeit die ich selbst habe und den Menschen die ich so erreichen kann. Der Beteiligung an Aktionen online oder offline. Dem Mitwirken in Arbeitsgruppen zu Themen bei denen ich Kompetenz besitze. Das absolute Minimum und mein Versprechen als Unterstützer, ist meine ehrlichen Meinung.

Als Anthropologie Student verstehe ich mich in gewisser Weise auch als Übersetzter von einem kulturellen Kontext zum Anderen. Mein Versuch ist es bestimmt Grüne Themen in Bevölkerungsschichten zu tragen, wo diese noch nicht gehört worden sind. Dafür bräuchte es allerdings eine außerordentliche Überzeugung von den Grünen, die ich im Moment noch nicht habe. Es gibt Themen die mir absolut wichtig sind und wo die Grünen entgegen demokratischer Grundregeln argumentieren und sich dessen wahrscheinlich gar nicht bewusst sind.

Damit meine ich die politische Debatte zur Internetzensur, wie sie in Deutschland schon auf breiter Basis geführt wird. Über 116.000 Menschen haben dort eine Petition unterzeichnet, um zu verhindern das unter dem Deckmantel der Bekämpfung von Kinderpornographie Zensurmaßnahmen eingeführt werden. Ein Verein von Missbrauchsopfern gegen diese Maßnahme hat sich schon gegründet. Der Klubobmann der Oberösterreichischen Grünen Gottfried Hiertzer hat dann genau diese deutsche Argumentation, welche auf falschen Fakten basiert, im Landtag wiederholt. Mir ist klar, dass dieser Vorfall nicht in den direkten Einfluss der Wiener Grünen fällt, aber das ist auch eines der Dinge, die die Grünen Vorwahlen leisten können, die Grünen auf Themen aufmerksam machen, die enormes Mobilisierungspotential haben und in ihrer Tragweite von der Partei gar nicht abgesehen werden. Die Aufklärung und der Diskurs zu diesem Thema sind mir wichtig und ich finde damit kann man auch in den Grünen beginnen. Ich bringe dieses schwer verdauliche Thema, weil es in Österreich und bei den Grünen angekommen ist und ein zensurfreies Internet mein zentrales politisches Anliegen ist.

Ich glaube, meine Position ist klar geworden und Sie haben jetzt ein besseres Bild von mir. Das nicht alle UnterstützerInnen aufgenommen werden können ist mir klar, aber es muss andere Kriterien geben anhand derer Sie diese Entscheidung treffen. Ein prinzipielles und deutliches Bekenntnis zur Offenheit und Basisdemokratie vermisse ich leider auch noch. Ich denke es wird sehr wegweisend für die Grünen sein, wie mit den Grünen Vorwahlen umgegangen wird. Noch ist es nicht zu spät!

Dieser Brief wird auf meinem Blog veröffentlicht werden. Dadurch will ich Transparenz in der Aktion fördern und andere VorwählerInnen dazu anhalten ihre Position final zu argumentieren.

Kommentare sind eindeutig erwünscht!

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