quintessenz und UBIT haben dieses Jahr zum ersten mal das geniale BigBrother Stipendium ins Leben gerufen. Damit sollen Menschen motiviert werden für Datenschutz und digitale Menschenrechte aktiv zu werden.

Die Bekanntgabe des Stipendiums ist heute im Rahmen des q/Talks zu Nacktscannern um 21 Uhr im Museums Quartier, Electric Avenue, Raum D.

Hier ist meine Einreichung für das Stipendium:

Projekteinreichung für das Big Brother Stipendium 2010

Der Audio-Podcast „Morsezeichen“ bringt Grundkompetenz in digitalen
Menschenrechten und Netzkultur zu einer neuen Öffentlichkeit!

Themen, die fortlaufend wichtiger für immer mehr Menschen werden, müssen auch richtig aufbereitet sein. Ein Podcast eignet sich um eine große Anzahl an Menschen über komplexe Sachverhalte aufzuklären – ein mannigfaltiges Thema mit vielen Facetten (wie z.B. Netzneutralität, Datenschutz und Datensicherheit) lässt sich auf rein textlicher Ebene kaum vermitteln. Wir wollen Grundkenntnisse schaffen, Gefahren aufzeigen und positive Aspekte herausstreichen.

Das Morsezeichen war der erste Code, der die Menschen weltweit verbunden hat. Sein Beep Ton ist allen Menschen bekannt und zum Inbegriff für Telekommunikation geworden. Besonders, wenn der Wirkungskreis über Internet-affine Menschen hinaus ausgedehnt werden soll, hat dieser Podcast das Potential, diese Menschen zu erreichen.

Beispiele für Sendungen im Jahr 2010:

  • digitales ABC – Begriffe erklären (Web 2.0, Datenschutz, Firewall, Data Mining, Netzneutralität,…)
  • Praktische Tipps (Festplattenverschlüsselung, Backupstrategien)
  • Datenschutzbeauftragte in Österreich
  • freie Lizenzen für ein freies Internet (Creative Commons, Public-Domain, Lizenzprobleme)
  • Netzneutralität und wieso wir nicht darauf verzichten können
  • Vorratsdatenspeicherung | Auswirkungen auf Wirtschaft und Demokratie
  • die Arbeit eines Watchbloggers: Netwatcher24
  • Landtagswahl Wien 2010: Gespräche mit allen Parteien
  • Internetforschungsgruppe Wien | Mediennutzung von Jugendlichen
  • Games City / F. R. O. G. 2010 | Rathaus
  • Freiheit vs. Sicherheit | ein philosophisches Gespräch
  • Big Brother Awards 2010
  • Sicherheitslücken verständlich machen (GSM, WEP, SSL), Exploits erklären, Konsequenzen aufzeigen, Handeln der Hacker erklären
  • Hacker (Kultur, Geschichte, Ethik)
  • Berichte von den großen Hackerkonferenzen 2010 (Easterhegg, SIGINT, 27c3,…)
  • neue Kulturproduktionsformen im Netz (Collaboration, CrowdSourcing)
  • aktuelle Themen (Datenpannen, gesetzliche Veränderungen, Unvorhergesehenes,…)

Das Format soll prinzipiell bidirektional gestaltet sein, offene Feedback-Kanäle werden direkt in das Sendungskonzept und die Gestaltung miteinbezogen. Ziel des Podcasts ist es zu sensibilisieren, eine Referenz aufzubauen und Leute für das Netz zu begeistern!

Durch kontinuierliche Veröffentlichung neuer Sendungen, dem Vorstellen und Vernetzen des Projektes auf BarCamps und im studentischen Umfeld und der Kooperation mit Radio- Sendern und anderen Medien, soll ein möglichst großer Kreis an RezipientInnen erreicht werden. Der Podcast beinhaltet selbstverständlich ein Logo und einen Jingle, sowie zu jeder Folge einen Blogeintrag und einen Wikiartikel.
–> http://www.morsezeichen.org

Trägerverein

Die NPO Transforming Freedom ist Trägerverein des Projekts. Ziel von Transforming Freedom ist die freie Bereitstellung von Vorträgen und Interviews mit Fokus auf digitaler Kultur. Aus den sich überschneiden Zielvorgaben beider Plattformen ergeben sich Synergien in der Form, dass ausgewählte Podcast-Folgen transkribiert werden und neben erweiterten Zitations- und Suchmöglichkeiten als Zusatznutzen auch barrierefrei zur Verfügung stehen.
–> http://transformingfreedom.org

Projektleiter

Projektleiter ist Thomas Lohninger, geboren am 23.12.1986 in Wien. Ich studiere an der Uni Wien Kultur- und Sozialanthropologie, arbeite halbtags als Softwareentwickler, engagiere mich seit meinem 14. Lebensjahr in NGOs aus dem Umfeld von Menschenrechten (Zivildienst bei ZARA, Anti-Diskriminierungs-Trainer der BJV), bei den Grünen Vorwahlen und zuletzt bei den #unibrennt-Protesten.

Als Anthropologe übersetze ich zwischen verschiedenen Kontexten und versuche Verständnis unter themenfremden Menschen zu erzeugen. Genau das war der Grund, weshalb ich im Sommer 2009 mit meinem ersten Podcast „Talking Anthropology“ begonnen habe:
–> http://talkinganthropology.com

Talking Anthropology verfolgt eine ähnliche Strategie wie der Morsezeichen-Podcast, mit dem Fokus auf anderen Themen und einem eher akademischen Publikum. Das Grundkonzept ist aber schon gut zu erkennen.

Ich will diesen Podcast machen und das Big Brother Stipendium würde mir die Möglichkeit dazu geben! Damit hätte ich die Zeit und Ressourcen, um den Morsezeichen- Podcast professionell zu produzieren und in einem breiten Personenkreis zu etablieren. Wenn das Projekt gestartet wird, sehe ich es als längerfristige Verpflichtung, es als den Netz-Podcast in Österreich zu etablieren und den Brückenschlag zu neuen Menschen zu schaffen, die heute noch nicht so begeistert und bewandert vom Internet sind wie wir!

Ich halbe lange gehadert damit diesen Blogbeitrag zu schreiben. Was ich am letzten Freitag Abend vor dem Audimax gesehen habe liegt mir nämlich immer noch schwer im Magen. Es wurde schon öfters diskutiert wie links die #unibrennt Besetzung ist, ob Besetzung nicht per se ein Mittel der Linken ist, ob freie Bildung nicht ein Thema der Linken ist.

Diese Überlegungen in wie weit diese Bewegung sich einen ideologischen Anstrich gibt bzw. wie das Selbstverständnis einiger ihrer Mitglieder geartet ist, kann man lange und breit führen… Mich hat das nur begrenzt interessiert. Ich sehe die binären Kategorien von “Links” und “Rechts” als veraltet an und finde wir müssen darüber hinauswachsen. Viel zu oft hat sich ein Kompromiss in diesen Lagerkämpfen verloren.

Posieren für die Kamera

Leider werden diese veralteten Kategorien verdammt real und lebendig, wenn farbentragende Burschenschafter vor das Audimax kommen. Zuerst hab ich diesen blonden Jungen mit der Schärpe nicht ernst genommen. Er stand da recht ruhig und wurde belagert von einer Gruppe von Leuten der Krisenintervention und einem sehr angetrunkenen Typen der laut brüllend verlangte, das “der Typ” hineingelassen werden soll. Es wurden Fotos und Videos gemacht und der blonde Junge grinste. Er stand da ganz ruhig und argumentierte mit seinem Publikum. Als ich in die Diskussion einstieg, versuchte ich herauszufinden was er hier tut. Er sagte er wäre der Vize-Chef seiner Burschenschaft und hier um Verhandlungen zu führen. Er wäre mit allen unseren Forderungen einverstanden, bis auf die Frauenquote. Ich hab versucht mit ihm zu argumentieren, in dem Moment dachte ich man könnte bei ihm vielleicht etwas erreichen oder zumindest seinen Standpunkt ausloten. Leute mit rechten Ideologien kenne ich aus meiner Schulzeit schließlich genug und solche Gespräche hab ich damals auch oft genug geführt.

Das Gespräch wurde allerdings sehr schnell abgebrochen. Die Krisenintervention kam zu uns und begann ein Gespräch mit mir zu führen, begann mich von ihm abzulenken. Als sie merkten, dass man mit mir reden kann, boten sie mich in den OrgaRaum und erklärten mir “the big picture”. Zu diesem Zeitpunkt hab ich nicht verstanden wieso sie mich nicht mit diesem Typen reden lassen wollten, schließlich ist es nicht ausgeschlossen da etwas zu erreichen und eine basisdemokratische Bewegung sollte Redefreiheit als hohes Gut ansehen. Rede- und Meinungsfreiheit gilt als Menschenrecht allerdings für alle, auch für die Rechten! Das schlägt sich allerdings mit einem Plenumsbeschluss, der farbentragenden Burschenschaften den Zutritt ins Audimax verbietet. Man erklärte mir das diese Burschenschafter nicht zum Reden hier sind, sondern ganz einfach um zu provozieren. Und das die Krisenintervention hier ist um Streit und Kämpfe zu verhindern, sie sind der Puffer zwischen den rechten Burschenschaftern die hinein wollen und den linken BesetzerInnen, die das mit Gewalt abwehren würden. Getrieben ist die Krisenintervention von der Angst, dass sobald es zu Gewalt kommt, bei der die Polizei einschreiten muss, diese Besetzung aufgelöst wird. Eine Angst, die ich sehr gut nachvollziehen kann, und auch unabhängig davon bin ich dafür hier simple Gewalt zwischen Links und Rechts zu verhindern. Wenn diese Geschichte hier HeldInnen braucht, dann wären es die beiden Mädchen der Krisenintervention mit afghanischem und taiwanesischem Migrationshintergrund, die durch ihr Einschreiten die ganze Nacht über dafür gesorgt haben das kein Blut fließt.

Zu diesem Zeitpunkt war ich aber noch nicht davon überzeugt, dass es einwandfrei richtig war was die Krisenintervention tat. Ich war der Meinung man muss mit den Leuten sprechen und ihnen den Raum geben zu argumentieren. Ganz im Sinne von Lucas Meinung “Wir müssen unsere KritikerInnen überzeugen”. Da verwiesen sie mich allerdings auf den Plenumsbeschluss farbentragende Burschenschafter aus dem Audimax auszuschließen und ihnen keine Raum zu geben. Den Beschluss kannte ich und sah ihn äußerst kritisch, aus oben genannten Gründen der Meinungsfreiheit. Aber viel kritischer ist die Tatsache, dass die reine Präsenz von Burschenschaftlern reicht um innerhalb der Audimax Bewegung eine Spaltung zu erreichen.

Posieren für die Kamera

Lange konnten wir im geheiztem Pressezimmer nicht diskutieren, denn wir wurden bald raus gerufen mit der Ansagen die Burschis sind mit mehr Leuten zurück gekommen. Dort draußen fanden wir auch wieder den blonden Jungen mit der Schärpe, noch 4 andere Burschenschafter im Anzug und den einen besoffenen Typen der auch vorhin schon für den Burschenschafter argumentierte. Es fielen unzählige sexistische Aussagen und die gesamte Rhetorik war sehr darauf ausgelegt zu provozieren. Einige Leute machten sich daran mit ihnen konstruktiv zu diskutieren, allerdings ohne Erfolg. Es war kein sachliches Argument mehr möglich, sondern wurde nur noch provoziert. Dann kam die Gegenseite dazu. Zwei Punk Mädchen aus dem Audimax stiegen ein in das Gespräch, das zum Geschrei wurde.

Eines der Punk Mädchen spuckte dem farbentragenden Burschenschafter auf seine Jacke. Dieser grinste nur, aber der besoffene Typ begann daraufhin komplett auszurasten. Die Krisenintervention, die Securities der Uni Wien und ich waren daraufhin nur noch damit beschäftigt diesen Typen von dem Punk Mädchen fern zu halten. Die Burschenschafter hatten während dessen ihren Spaß und begannen laut zu lachen. Als wir sie ein weiteres Mal aufforderten zu gehen schrie der Junge mit der Schärpe nur noch “mit welchem Recht? mit welchem Staatlichen Recht willst du mich weg bringen?” und weil die ganze Szene vor dem Tor zum Audimax auf dem Gehsteig stattfand, hatte er recht.

Die Fronten waren verhärtet, weder die Punk Mädchen noch die Burschenschafter wollten verschwinden. Zum Glück löste die Kälte dann den Konflikt und alle Parteien zogen um ca. 4 Uhr früh ab.

Wer sind die Feinde des Audimax?

Sie sind Innen und Außen. Sie sind in jeder Form des Extremismus, der fest gefahrenen Ideologien oder diskriminierenden Grundhaltung. Ich hab an diesem Abend die Arbeit der Krisenintervention sehr zu schätzen gelernt, auch wenn ich anfangs gegen sie war. Sie machen einfach einen notwendigen Job um Gewalt zu verhindern.

Ich schreibe diesen Blogbeitrag einerseits weil ich es unvorstellbar finde, dass bis jetzt noch niemand über die Situation in der Nacht vor dem Audimax geschrieben hat und andererseits weil diesen Samstag eine noch größere Gefahr droht. Zitat eines Kettenmails:

hey leute,

morgen findet ja die demo um 19 uhr gegen die 150-jahr feier der olympia statt. ich wollt euch nur mal dazu ein paar zitate aus dem alpen-donau www.alpen-donau.info/ weiterleiten.

ich denk, dass es gut ist sich dessen bewusst zu sein und dass es enorm wichtig ist, dass das audimax dieses wochenende voll ist.

lg basti

“Bekanntlich befindet sich mit dem besetzten Hörsaal „Audimax“ ein Zentrum für Gewaltverbrecher in unmittelbarer Nähe zur Hofburg.”

“Bereits diesen Freitag wird aller Voraussicht nach die Gewaltorgie rund um den Kommers beginnen.”

Die Polizei wird mit entsprechenden Kräften im Einsatz sein. Wir empfehlen die Durchsetzung des „Vermummungsverbots“ sowie eine Räumung des „Audimax“. Darüber hinaus wünschen wir einmal mehr unseren Freunden bei der Exekutive: „Viel Spaß und Knüppel frei!“

“Offensichtlich ist einem Teil der Antifaschisten die SPÖ-Aktion zu wenig. Deshalb rufen jetzt auch die Bummelstudenten von ‘Uni-Brennt’ zu Krawallen auf.”

Die SPÖ, die „GrünInnen“ und diverse andere Halbweltsorganisationen mobilisieren einmal mehr den Abschaum der Menschheit gegen Deutschtum und Meinungsfreiheit. ….

“Die zu erwartende Orgie des Hasses, der Gewalt und Sachbeschädigungen, wird von den Kommersveranstaltern wiefolgt kommentiert:

„Kein Problem haben offenbar die Veranstalter des Festkommerses mit den Gegenveranstaltungen. Solange diese im gesetzlichen Rahmen blieben, handle es sich um demokratische Aktionen, sagte ein Sprecher. Die Burschenschafter hätten seit 200 Jahren für Meinungs- und Pressefreiheit gekämpft.“

Unserer Ansicht nach verlangen raue Zeiten auch eine rauen Ton.
Die Vergangenheit verpflichtet
Es ist Zeit die Faust zu bandagieren und die Glacéhandschuhe auszuziehen.”

Ich bin mit meinem Podcast auf diesem Blog ja bis jetzt sehr Stiefmütterlich umgegangen. Das soll sich jetzt Ändern! Talking Anthropology ist ein Projekt in das ich sehr viel Herzblut gesteckt habe und mit dem ich wachsen will. Trotz kleiner Mackel, werde ich langsam immer zufriedener damit.

Die neueste Folge hat nun auch wirklich einen eigenen, sehr guten Charakter bekommen. Also hört euch das an und lasst mich eure Meinung wissen! Am Besten ihr abonniert gleich den Feed ;-)

 

Ich hab Jana Herwig gestern Abend gefragt wieso sie noch nichts über die aktuelle Besetzung des AudiMax an der Uni Wien getwittert hat. Durch diese Besetzung ist meine Twitternutzung nochmal quadriert worden. Nun ja, viel Twittern ohne etwas (dazu) von Jana zu lesen war komisch.  Sie hat mir dann geantwortet und aus meinem Kommentar zu ihrem Posting wurde das hier:

Das ist was ich vermisst habe in den letzten zwei Tagen. Zwei Tage im Ausnahme-Zustand mit sehr vielen Leuten und extrem viel Austausch.
Ich hab von Anfang an versucht das Geschen im und rund um das AudiMax transparent zu machen. Darin hab ich meinen Beitrag gesehen und deshalb rede ich viel, hab einen Podcast gemacht und schreibe was so passiert

Zu einer richtigen Analyse bin ich bis dato noch gar nicht gekommen. Es war so überwältigend bei so einem Ereignis überhaupt dabei zu sein. Gleichzeitig spührt man dort auch nach einiger Zeit unbehagen, bei einigen der RednerInnen am Podium sogar ganz laute Warnsignale.

offenes Plenum

offenes Plenum

Die Bewegung im AudiMax schöpft ihre Kraft aus einer romantischen, linken Revolutionsphantasie. Es war schön zu sehen das so etwas in Österreich passieren kann und man will daran glauben. Ein Haufen unzufriedener, autonomer StudentInnen und 12 Forderungen, die von der Akademie der bildenden Künste formuliert wurden. Anarchie und Basisdemokratie heißt einerseits kreativer Freiraum im tun, aber auch instabile Entscheidungsfindung.

Ich hoffe wir haben es hier mit einer Revolution zu tun! Eine Revolution die naturgemäß zum Scheitern verurteilt sein wird, so wie auch die Mehrzahl ihrer Forderungen. Trotzdem kann sie Siegen, indem ihr Kern, ihre Stoßrichtung die Gesellschaft bewegt. Die Bewegung wird sich irgendwann verlieren, aber zuvor bietet sie hoffentlich genügend Reibungsfläche und Anstoßgspunkte um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Damit wir uns richtig verstehen: ich bin dafür das diese Bewegung langfristige Veränderungen bringt und den Wert von Bildung als Menschenrecht und gesellschaftliches Anligen festschreibt. Diese Richtung ist mir wichtig und ich sehe sie als Kern in den Vorderungen.

Wie Jana sagt, jeden der Punkte müssste man kontextualisieren und diskutieren, um zustimmen zu können. Aber im Kern sind diese Forderungen doch nur der Versuch einen möglichst radikalen Gegenentwurf zum Status-Quo zu skizieren.

Ich verstehe meine Position als Berichterstatter und Übersetzer zwischen den Menschen die demonstrieren wollen und dennen die nicht verstehen was hier überhaupt passiert. Damit eine Veränderung spührbar bleibt müssen so viele Leute wie möglich von den Protesten mit bekommen. Wie die Geschichte hier ausgehen wird traue ich mich jetzt noch nicht zu sagen…

Rom ist anstrengend, aber schoen.

wir sind viel durch die Stadt gelaufen und gerade tun mir die Fuesse weh. Aber langsam geht es wieder. Ein freies Netz oder kein Roaming innerhalb Europas waere eine sehr tolle Sache. Aber anscheinend gehts auch irgendwie mit Internet Cafes.

Meine Theorie hat sich wieder einmal bestaetigt, dass vor Ort Hotelsuchen am Besten funktionieren. Wir uebernachten in einer Christlichen Herberge um € 23 pro Nase und Nacht. Das Hostel ist sogar sehr sauber und Angenehm, eine Kueche mit Kuehlschrank und Mikrowele gibt es auch.

Das Koloseum ist wirklich sehr sehenswert! Mir sind sehr viele Bilder von roemer Filmen ala Gladiator in den Kopf gekommen. Wir haben uns sogar einen Audioguide genommen und der hat mir sogar wirklich was begebracht, ich bin wohl schon Podcast geschaedigt… ;)

Auf jeden Fall ein sehr imposantes Gebaeude diess Kolosseum und es zeigt auch schoen die Gesellschaftsstruktur im alten Rom. Es gab verschiedene Raenge auf den Tribuenen, je weiter nach Oben um so niederer war das gesellschaftliche Ansehen. JedeR Buerger hatte seinen Ausweis mit einer Sitznummer und die Senatoren hatten sogar ihre Namen auf ihren Marmorsitzten eingraviert, was natuerlich mit der Zeit recht oft ausradiert und neu graviert werden musste. Die Namen der letzten Senatoren Roms (zur Zeit der Spiele) stehen dort immer noch.

Triest ist wirklich der Ort wo die Italiener hinfahren um Urlaub zu machen! Wir hatten hier wundervolle 3 Tage mit viel Sonne, Meer, netten Leuten und gutem Essen. Mit einer oesterreichischen Familie auf Urlaub in Italien zu sein hat zwar einige Klisches in sich, aber so schlimm wars gar nicht… nicht immer.

Nein, Wirklich ich bin verdammt froh mit Leuten hier gewesen zu sein, die sich auskennen. Gerade Sonja (beste Freundin) ist seid ihrer Kindheit in dieser Stadt in dem kleinen Haeuschen am Berg mit Blick aufs Meer. Es gibt hier uebrigens unsagbar viele Moskitos und egal wieviel Chemie man sich kauft hoert es nicht auf ueberall zu jucken! Naja, mal schaun wie das in Moskito Problem in Rom sein wird. Ja, Rom! Es gab naemlich eine kleine Planaenderung, aufgrund der beschissenen Zugverbindungen im Osten, der unzuverlaessigkeit eines Freundes mit Auto und zu vielen Horrorgeschichten von Dieben in Schlafwagons, haben wir uns entschieden gegen Westen zu fahren. Dominik (Mursch) und ich haben mal so einen ungefaehren Plan heute Abend nach Rom zu fahren, dort Freunde besuchen, dann nach Florenz fuer einen halben Tag, von dort aus nach Paris und dann nach Barcelona. In Barce war ich zwar schon drei mal, aber irgendwie ziehts mich immer wieder dort hin… da gibts sogar eine Legende dazu, dass Besucher der Stadt die einen Brunnen besuchen (bei dem ich war) immer wieder kommen muessen… toller Fluch!

tja auf jeden Fall ist der PLAN dann weiter zu fahren richtung Madrid und in Gibralta dann umzudrehen und in viel zu wenig Zeit wieder zurueck nach AT zu fahren. Dominik wird uebrigens auch seinen Geburtstag in Madrid verbringen (29. August). Mal ueberlegen was ich ihm schenken soll…

Gut mein Internetguthaben in diesem Internetcafe is wohl bald verbraucht, ich wuensche allen noch einen tollen Sommer und versuche weiterhin irgendwie zu berichten!

PS: Reisetipps bitte in den Kommentaren oder per mail!

PPS: es gibt verdammt tolle Fotos die ich aber mangels netbook bzw. Rechten auf der XP Kiste hier nicht raufladen kann. schade :)

in 1 h und 13min geht mein Zug!!!

ich schreibe dies hier in absoluter hetzte neben meinem Frühstück, weil ich meiner Hoffung zu bloggen zumindest hier noch nachkommen muss. Ich hab gerad ein paar Kg Gepäck verloren… Mein netbook ist tot!

ich hab lang überlegt, soll ich noch nen Rechner mitnehmen… nein! Rechner ist zwar ein Teil von mir, aber wie ich letztens von einem tollen Typen aus San Francisco gelernt hab ist es oft sehr hilfreich auf sich selbst zurückgeworfen zu sein. Also keine Technik, mit Ausnahme des Apfels-phons.

Sofern es i-net Cafes im Osten gibt… ich erinnere mich an die Gerüche dieser Spielerstätten in Budapest… werd ich versuchen meine kreativen Ergüsse dort online zu stellen!

Eine gute Reise ist es dann, wenn du Probleme zurücklässt und dich (in Gedanken) auf das Wesentliche konzentrierst

Am Montag um 6.35 geht es los. Von Wien Südbahnhof auf nach Udine und dann weiter nach Triest. Dort startet meine Interrail Reise über den Balkan nach Istanbul. Heute hab ich das Ticket gekauft, einen wundervollen Globalpass!

Ich werde euch, gewogene Leser, hier auf dem Laufenden halten, sofern es eine Internetverbindung zu lässt. Mein kleiner Acer Aspire One ist mit auf der Reise, ich hab ihn diese Woche erst mit einem zusätzlichen Gigabyte RAM ausgerüstet. Also alles kein Problem!

Sobald es mehr zu erzählen gibt, erfahrt ihr es!

UPDATE:
Es gibt jetzt auch ein Video zur Pressekonferenz:

Interview mit Gio Hahn, ÖVP BM f. Wissenschaft über E-Voting from Netwatcher24 on Vimeo.

Am vergangenen Mittwoch ergab sich für mich eine ungewöhnliche Gelegenheit. Manfred Krejcik, auch bekannt als Netwatcher, hat mich eingeladen zu einer Pressekonferenz der Wiener ÖVP mit zu kommen. In meiner Rolle als Auszubildender bei Radio Orange ging es ihm darum mir einen Einblick in das Geschäft des Journalismus zu geben. Ich nenne es auch gerne: „die Produktion von Wahrheit“.

Zugegen waren Wissenschaftsminister und Wiener Landesparteiobmann Johannes „Gio“ Hahn und dem JVP Bundesobmann Sebastian Kurz passender weise im Café di Gio. Thema der Pressekonferenz war ein träumerischer Vorstoß der ÖVP die U-Bahnen Wiens am Wochenende rund um die Uhr fahren zu lassen. Dieses typische Oppositionsthema hat mich bei der ÖVP etwas verwundert, anscheinend funktionieren die Strategien der Bundesebene hier in Wien nicht so gut. Auf die Finanzierung des Projekts wurde zuerst gar nicht und auch durch Nachfragen der Journalisten nur sehr wage eingegangen. Scheint in dieser Sache wohl nicht so wichtig zu sein.

Überhaupt wurde sehr wenig von den Journalisten gefragt und mein Eindruck war, dass nicht besonders kritisch vorgegangen wird. Die präsentierte Information wird verarbeitet, verpackt und gesendet.

Dies war nicht mein erster Face to Face Kontakt mit ÖVP Funktionären. In einer Diskussion zum EU Verfassungsvertrag seinerzeit war ich im Palais Ferstl mit Wolfgang Schüssel und bei einer Sonderführung durchs Parlament hatte ich mal mit meinem HTL Jahrgang eine Fragestunde mit Andreas Kohl. Ich muss zugeben, beide Persönlichkeiten waren einprägsamer als Gio Hahn und bei beiden Gelegenheiten fand ich wichtigere Fragen als in dieser Pressekonferenz.

Das Thema wieso Manfred Krejcik und ich dort an getanzt sind war aber natürlich nicht die U-Bahn, sondern E-Voting. Manfred hat die Gelegenheit der PR-Kampagne genutzt und ausgehandelt Minister Hahn auch mit ein paar Fragen aus dem Netzpolitik Segment Löchern zu können. Ich war dabei weil ich zu diesem Thema einen Blogpost geschrieben habe mein Interesse klar machen konnte.

Ich würde Hahns Verhalten als gekonntes nicht-zurück-rudern bezeichnen. Er wollte uns nichts eingestehen, aber hat seine Aussage zu technikfeindlichen e-Voting Gegnern wenigstens nicht wiederholt. Leider glaube ich, dass wir von ihm noch weitere elektronische Wahlen zu befürchten haben. Auch mein Argument, dass eine elektronische Wahl für die Mehrheit der Bevölkerung einfach nicht nach zu vollziehen ist, nahm er mehr oder weniger nicht zur Kenntnis.

Mein persönliches Résume ist gemischt positiv. Ich fand es aufregend mal bei einer Pressekonferenz dabei zu sein, aber nur weil mich dieses Setting fasziniert. Klassischer Journalismus ist bestimmt nichts für mich. Aber der großteil unserer Medien wird ja davon geprägt, also finde ich es gut diesen Leuten mal in die Karten zu schauen. Mein Informationskanal soll losgelöster von tradierten Strukturen sein und eher den Menschen mit seinen Erfahrungen in den Mittelpunkt stellen. Aber mehr dazu bald…

Ich wurde gerade als Grüner Unterstützer aufgenommen!

Lieber Thomas!

Vielen Dank für dein Interesse UnterstützerIn der Grünen zu werden. Wir haben in den letzten zwei Monaten 700 Anträge bekommen. Das hat uns vor ganz neue Fragen gestellt und wir haben uns erlaubt, uns die Zeit, die wir für die Antworten gebraucht haben, auch zu nehmen.

Wir freuen uns dir nun mitteilen zu können, dass wir dich als UnterstützerIn im Kreis der Grünen Wien herzlich willkommen heißen.

Wir möchten dich als UnterstützerIn, so wir das nicht schon getan haben, auch gerne persönlich begrüßen und näher kennen lernen!

Beim Open House hast du die Gelegenheit uns und andere Grüninteressierte zu treffen und mehr über die Grünen Wien und über unsere Arbeit zu erfahren. Das nächste Open House  findet am 7. Juli 2009, um 19 Uhr im Grünen Haus, Lindengasse 40, 1070 Wien mit der Gemeinderätin Heidi Cammerlander und dem Stadtrat David Ellensohn statt.

Bei den Grünen Wien hast du die Chance, Politik aktiv mitzugestalten!

Wenn dein Interesse deiner direkten Wohnumgebung gilt, freut sich die Bezirksgruppe in deinem Bezirk über deine Mitarbeit. Wenn du eher an themenbezogener Arbeit interessiert bist, besteht die Möglichkeit, dich in einer unserer Arbeitsgruppen einzubringen bzw. dich an aktuellen Aktionen zu beteiligen. Du kannst aber auch in einer unserer Teilorganisationen aktiv werden.

Mit lieben Grüßen

Karin Horn &
Miriam Grafl
P.S.: Du erhältst dieses Schreiben auch per Post inklusive dem Politischen Jahrbuch der Wiener Grünen und dem aktuellen Statut.

Irgendwie kann ich mich nicht so ganz freuen, da ja die Meisten Anträge immer noch auf die Bearbeitung warten bzw. die Mehrheit abgelehnt wurde. Trotzdem bin ich von der Initiative und den Grünen überzeugt und freu mich drauf Mitarbeiten zu können und hoffentlich gehör zu finden!

Wieso sie extra dazu schreiben, dass beim ersten Open House David Ellensohn dabei ist, ist mir nicht ganz klar. Hoffentlich ist das Ziel die gegenseitigen Resantiments aus der Welt zu schaffen!

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